Trinkgeld in Europa: Wie viel gibt man in welchem Land?
In Deutschland sind 5 bis 10 % im Restaurant üblich. Im Urlaub sieht das anders aus: In Frankreich und der Schweiz ist der Service meist schon im Preis enthalten, in Italien steht ein Gedeck auf der Rechnung, und in den USA gehören 15 bis 20 % praktisch dazu. Die Tabelle zeigt die Richtwerte für 17 Länder.
Trinkgeld-Tabelle: Richtwerte fürs Restaurant
| Land | Restaurant | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Deutschland | 5–10 % | Nicht in der Rechnung enthalten. Beim Bezahlen den Endbetrag nennen oder aufrunden. |
| Österreich | 5–10 % | Ähnlich wie in Deutschland, oft wird aufgerundet. |
| Schweiz | Aufrunden | Service ist im Preis enthalten. Ein paar Franken gibt man bei sehr gutem Service. |
| Italien | 5–10 % oder 1–2 € | Das „coperto“ (Gedeck) steht meist schon auf der Rechnung und ist kein Trinkgeld. |
| Frankreich | Kleingeld oder ca. 5 % | „Service compris“: Bedienung ist im Preis enthalten. Zusätzliches Trinkgeld lässt man auf dem Tisch. |
| Spanien | 5–10 % oder Kleingeld | In einfachen Bars reicht Kleingeld, im Restaurant bei gutem Service 5–10 %. |
| Portugal | ca. 5–10 % | Im Café genügt Aufrunden. |
| Griechenland | 5–10 % oder Kleingeld | Bei gutem Service üblich. |
| Kroatien | 5–10 % | Steht eine Servicegebühr auf der Rechnung, ist Trinkgeld nicht nötig. Am besten bar geben. |
| Niederlande | 5–10 % | Service ist oft enthalten, Trinkgeld wird trotzdem gern gesehen. |
| Dänemark | Optional, 5–10 % | Service ist meist enthalten. Bei besonders gutem Service sind 5–10 % üblich. |
| Schweden | 5–10 % oder aufrunden | Service ist meist enthalten. |
| Norwegen | Optional | Service ist meist im Preis enthalten. |
| Großbritannien | 10–15 % | Gilt für Tischservice im Restaurant. Im Pub wird meist kein Trinkgeld erwartet. |
| Tschechien | 5–10 % | Alternativ auf eine runde Summe aufrunden. |
| Türkei | ca. 10 % | Kein Trinkgeld zu geben gilt als unhöflich. |
| USA | 15–20 % | Wird praktisch erwartet und ist ein wichtiger Teil des Lohns. |
Richtwerte, keine Pflicht. Zusammengestellt aus mehreren Reiseratgebern, die in der Quellenliste am Ende stehen. Regionale Unterschiede und neue Gewohnheiten, etwa Trinkgeldfelder am Kartenterminal, kommen dazu.
Italien: coperto ist kein Trinkgeld
Auf vielen italienischen Rechnungen steht ein „coperto“, das Gedeck für Brot und Besteck, meist ein bis drei Euro pro Person. Manche Restaurants berechnen stattdessen einen „servizio“. Beides ist kein Trinkgeld im eigentlichen Sinn. Bei gutem Service lässt man zusätzlich 5 bis 10 % oder bei kleinen Beträgen ein, zwei Euro liegen. An der Bar gibt man meist nichts oder ein paar Münzen.
Frankreich: service compris
In Frankreich ist die Bedienung per Gesetz im Preis enthalten, auf der Karte steht dann „service compris“. Trinkgeld ist deshalb freiwillig. Wer zufrieden war, lässt beim Gehen etwas Kleingeld oder rund 5 % auf dem Tisch liegen. Im Café rundet man einfach auf.
Spanien, Kroatien und Griechenland
Im Süden ist man entspannt. In Spaniens Tapas-Bars reicht das Kleingeld vom Wechselgeld, im Restaurant sind bei gutem Service 5 bis 10 % üblich. In Griechenland ist es ähnlich. In Kroatien zahlt man seit 2023 mit Euro, und auch hier sind 5 bis 10 % angemessen, solange keine Servicegebühr auf der Rechnung steht. Trinkgeld gibt man dort am besten bar, auch wenn die Rechnung mit Karte bezahlt wird.
Skandinavien und die Schweiz
In Dänemark, Norwegen und Schweden sowie in der Schweiz ist der Service in der Regel eingepreist. Trinkgeld ist dort eine freiwillige Geste. Aufrunden oder ein paar Kronen beziehungsweise Franken bei sehr gutem Service sind völlig ausreichend.
Ausnahme USA: 15 bis 20 % sind Standard
Wer nach Europa auch mal über den Atlantik reist, muss umdenken. In US-Restaurants sind 15 bis 20 % der Rechnung üblich, bei sehr gutem Service mehr. Das Trinkgeld ist für das Personal ein wesentlicher Teil des Einkommens, und zu wenig gilt als deutliches Zeichen von Unzufriedenheit.
Trinkgeld in der Gruppe fair teilen
Am Tisch mit acht Leuten wird es beim Trinkgeld schnell unübersichtlich. Einer zahlt die ganze Rechnung, und keiner weiß mehr, ob das Trinkgeld mitgerechnet war. Am einfachsten ist es, die Ausgabe mit dem tatsächlich gezahlten Betrag inklusive Trinkgeld einzutragen. In TLER.ONE teilst du den Betrag dann gleich unter allen, die dabei waren.
Hat jeder etwas anderes bestellt, fotografierst du den Beleg und weist die Positionen einzeln zu. Das Trinkgeld verteilst du danach als eigenen Betrag gleichmäßig. Mehr zu den Arten der Aufteilung steht in der Funktionsübersicht.
Häufige Fragen
Wie viel Trinkgeld gibt man in Deutschland?
Im Restaurant sind 5 bis 10 % der Rechnung üblich. Das Trinkgeld ist nicht in der Rechnung enthalten. Man nennt beim Bezahlen den aufgerundeten Endbetrag.
Muss man in Italien zusätzlich zum coperto Trinkgeld geben?
Nein, aber bei gutem Service ist es üblich. Das coperto ist eine Gebühr für Gedeck und Brot. Zusätzlich lässt man 5 bis 10 % oder bei kleinen Rechnungen ein, zwei Euro liegen.
Ist in Frankreich das Trinkgeld schon enthalten?
Ja, die Bedienung ist im Preis enthalten („service compris“). Ein kleines zusätzliches Trinkgeld auf dem Tisch ist eine freundliche Geste.
Gibt man in Dänemark oder Norwegen Trinkgeld?
Es ist nicht nötig, weil der Service meist eingepreist ist. Bei besonders gutem Service sind Aufrunden oder 5 bis 10 % eine nette Geste.
Wie teilt man Trinkgeld in einer Gruppe?
Am einfachsten trägt man den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld als eine Ausgabe ein und teilt ihn unter allen Beteiligten. Bei unterschiedlichen Bestellungen hilft das Aufteilen per Beleg.